Beschreibung
Das Museum befindet sich im ehemaligen Kloster der Krankenschwester des Oblatinnenordens von Santa Maria Nuova und bietet eine reichhaltige Dokumentation über die verschiedenen städtebaulichen Veränderungen von Florenz von der Renaissance bis Ende des 19. Jahrhunderts. Das Museo Storico Topografico (Museum für Stadtgeschichte) wurde 1909 eingerichtet, in der Absicht, die Aspekte von Florenz, die infolge der in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts stattgefundenen, drastischen Sanierungsarbeit nunmehr verloren sind, festzuhalten. Das Museum, das zunächst in der Casa Buonarroti und später im Kloster San Marco untergebracht war, wurde dann 1955 in dem heutigen eindrucksvollen Sitz mit der neuen Bezeichnung „Firenze com’era“ für Publikum geöffnet.
Anhand von Gemälden, Drucken und Modellen ist das Bild von Florenz durch bezeichnende Werke hervorragend dokumentiert. Die in den ersten Sälen ausgestellte kartographische Sammlung – eine der bedeutendsten und vollständigsten ihrer Art – verfolgt die Veränderungen der Stadtform durch die Jahrhunderte. Neben einer großen Reproduktion (19. Jh.) der sog. Pianta della Catena aus dem Jahr 1470 findet sich die erste perspektivische Stadtansicht, die von Stefano Buonsignori angefertigt wurde. Radierungen von Valerio Spada und Giovanni Maggi sowie präzise Darstellungen der wichtigsten Monumente von Giuseppe Zocchi sind einige der Werke, die das Gesicht der Stadt im Seicento und Settecento wiedergeben. Der Mercato Vecchio (Alter Markt) und das Judenviertel, die vor ihrer Zerstörung dokumentiert sind, zeugen von den Abrissmaßnahmen, die das Gesicht der Stadt im Laufe des Ottocento stark verändert haben. In regelmäßigen Abständen erscheinen auf dem Rundgang die bekannten Lünettengemälde mit den Medici-Villen von Giusto Utens. Vor kurzem hat man diesen Abteilungen eine weitere hinzugefügt; sie erläutert die Entwicklung des Florentiner Umlandes von den ersten prähistorischen Niederlassungen bis zur römischen Stadt, mit der Ausstellung archäologischer Funde, die bei den Ausgrabungen des 19. Jahrhunderts im historischen Zentrum ans Licht traten.
Der Museumsbestand umfasst weit mehr als die ausgestellten Exponate. Über fünftausend Karten, darunter Zeichnungen, Aquarelle und Drucke, die heute im Historischen Stadtarchiv (Via dell’Oriuolo 33) aufbewahrt werden, stellen eine
unschätzbare Quelle für das Verständnis der Architektur, der Kunst und des Brauchtums in Florenz dar.